Region
600 Sänger am Wettsingen
Freundschaftlicher Chorwettstreit: Mehr als 600 Sängerinnen und Sänger massen sich in Kerzers.
Bild: Charles Ellena/FN
Die Kirche in Kerzers zeichnet sich durch eine beeindruckende Schlichtheit aus. Über den weissen Wänden schwebt eine Holzdecke, Glasmosaiken gibt es nur ganz vorne mit Rittern, mit dem Berner, dem Murtner oder dem Kerzerser Wappen. Es war nichts da, das am Samstag die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Darbietungen der Chöre hätte ablenken können. Chorgesang mal von Gehring, mal von Mendelssohn, mal von Abbé Kaelin, mal von Schumann erfüllte die Kirche. Es brauchte keine Mikrofone und Lautsprecher; die Kirche war perfekt auf die Chöre der Region mit ihren 18 bis 40 Sängerinnen und Sängern zugeschnitten.
Renaissance bis Hitparade
«Ich war beeindruckt vom breiten Spektrum», sagte Hubert Reidy, der zusammen mit Manuela Dorthe als Gesangsexperte die Vorträge der Chöre bewertete. «Es hatte von allem etwas, von der Renaissance bis zur Hitparade.» Es kommt nicht oft vor, dass Reidy und Dorthe die Chöre des Sängerbundes See und der angrenzenden Regionen bewerten. Deshalb können sie auch wenig dazu sagen, wie sich diese Chöre über die Jahre hinweg entwickeln. Dennoch waren beide angetan vom Dargebotenen in der Kirche Kerzers.
Männer in der Unterzahl
Es ist der Jury nicht entgangen, dass gewisse Chöre überaltert sind oder dass bei einigen gemischten Chören nur wenige Männer mitsangen. Wichtig war für die beiden Experten aber auch, was die Dirigenten aus den Chören herausholten. Und da sollte ihre den Chören mündlich abgegebene Bewertung weniger eine Note oder eine Kritik sein, sondern viel mehr etwas, das die Chöre mitnehmen und als Anregung verwenden können.
«Wichtig ist doch schon», so Hubert Reidy, «dass sich all diese Chöre überhaupt bewerten lassen wollen.» Nach den Liedervorträgen in der Kirche traten die 15 Chöre des Regio-Sängertreffens am Nachmittag im festlichen Rahmen nochmals vor grösserem Publikum in der Festhalle Schmittengässli auf. So kamen alle Sängerinnen und Sänger zu zwei Auftritten: einem vor Experten und einem vor allen anderen Chören.
Öffnung nach aussen
Ziel des Sängerfestes in Kerzers war es, den Anlass über den Sängerbund See hinaus zu öffnen. Dies begann schon bei der Zusammensetzung des Organisationskomitees, das sich aus Mitgliedern des Frauen- und des Männerchors Kerzers, des Männerchors Golaten und der Gemischten Chöre Fräschels und Wileroltigen zusammensetzte. Als Gastchöre dabei waren Rüti bei Büren, Muntelier und Müntschemier. (uh/mar/bz)
Erstellt: 18.05.2009, 10:29 Uhr





